Freetreat Gastbeitrag: Lebe deinen Traum: Baci-Baci aus Italien!

Freetreat Gastbeitrag: Lebe deinen Traum: Baci-Baci aus Italien!

1. April 2021 Aus Von Kathrin Jerjomenko

Was ist dein größter Traum?

Barfuss wandern für Erdung
Barfuß auf den Klippen von Vernazza. Mit nackten Füßen auf der Erde zu stehen verbindet dich wieder mit deiner inneren Stabilität.

Es ist Montag, der 15. Februar 2021. Ich sitze nun im Zug mit Freunden auf dem Weg zu einer Wanderung im sagenumwobenen Parco Nazionale delle Cinque Terre. Entlang einer zwölf Kilometer langen italienischen Steilküste ragen hier fünf „Länder“ in ihren malerisch-kunterbunten Häusern in das türkisblaue Meer. Dank der COVID-Reisebeschränkungen sind wir hier fast mutterseelenallein. Wir starten von Recco aus mit dem Zug in Vernazza und ziehen am Küstenhang entlang zu Fuß wieder gen Norden nach Monterosso al Mare in Richtung Sonnenuntergang. Ich schaue über dreißig Meter hinab in die Tiefe. Das Meer glitzert, so als wären die Sterne ins türkisblaue Meer gefallen. Ich denke lächelnd: So wie unten, so auch oben.

Lange habe ich mich darin beschränkt, meine Träume wirklich zu leben. 2018 lernte ich auf meinen Nepal-Reisen das Ganesha-Mantra, mit dem man sich von jeglichen selbst-auferlegten Beschränkungen, Begrenzungen und Limitationen befreit.

Bild & Improvisation: Ganesha-Mantra (Akustik Gitarre) by Em.Ocean (Kathrin Jerjomenko)

Ich fühle immer mehr, wie Raum & Zeit sich ausdehnen. Ich spüre umfassende Liebe in der Luft. Mit jedem Atemzug, jedem Schritt. Ich ziehe meine Barfußschuhe aus und laufe weiter barfuß über den kargen Steinboden, vorbei an Olivenhängen, Orangenbäumen und zitronen-behangenen Ästen. Hin und wieder liegt eine Kostbarkeit der Mutter Erde auf dem Boden, ich hebe sie auf: die pralle Zitrone. Sie riecht so fruchtig, wie es eine Supermarkt-Version ihresgleichen niemals auch nur im Ansatz täte.

Wir pausieren auf einer Klippe und breiten ein volles Büffet italienischer Köstlichkeiten vor uns aus: Pasta, Olivi-Grissini, belegte Brote, Obst, getrocknete Tomaten, Pesto, Salat, Kekse… Ich genieße jeden Bissen mit dem Blick auf das weite Meer vor mir. Kaum zu glauben. Die dritte Woche ist nun angebrochen, seit dem ich aus Deutschland in das „digitale Nomandenleben“ ausgewandert bin. 

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28. Januar 2021. Kleiner Rückblick. Buon Giorno. Mein grauer Kater Anton und ich sind durchgebrannt. „Ausgewandert.“ Raus aus meiner „alten Weltanschauung“. Und es fühlt sich aufregend an, nicht zu wissen, was einen da erwartet. Der Weg in unsere Herzen. Und wir werden überall herzlich empfangen. Erst Schweiz, dann Italien. Alle paar Monate die Familie in Deutschland besuchen. Nun ist es an der Zeit mein sonniges zu Hause zu empfangen.

I found my Love in the Sunshine. Anton und ich auf dem Weg von Deutschland über die Schweiz nach Italien.
Kein Schwein pfeift hier an den Grenzen.

Ich hatte so unendlich viel Besitz. Dank des Buches „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben“ von Karen Kingston habe ich bis dahin wirklich (fast) alles, was mir Energie entzog, ausgemistet, habe alles losgelassen, was ich nicht mehr brauchte. Seit Mai 2019 war ich nun schon damit beschäftigt, all meinen unnützen Besitz aufzulösen und mich Stück für Stück auf 100 Dinge zum Leben zu beschränken. Aus zwei vollen Wohnungen und drei Kellern ist nun eine Autoladung übrig geblieben. Das Auto ist nicht mal voll. Mein Rennrad FOFFA nimmt den größten Platz im Kombi ein. Ich kann noch prima in den Rückspiegel schauen. Ich bin richtig stolz auf mich. Ich war eine richtige „Konsumschlampe“. 

Früher war ich deswegen unendlich K-R-A-N-K.

Krank bedeutet Kreativitäts Rückstau aufgrund von niedriger Konzentration auf die Freude
Krank sein bedeutet Kreativitäts-Rückstau aufgrund von niedriger Konzentration auf die Freude

Ja, die mangelnde Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist: Liebe und Freude! Seit ich dreizehn war, litt ich an einer starken Bulimie, eine Ess-Störung, die man auch Ess-Brech-Sucht nennt. Man isst, und steckt sich z.B. dann selbst den Finger in den Hals und induziert so das Erbrechen des zuvor Gegessenen. Wieder und wieder. Tag für Tag. Mehrmals. Ich wollte einfach nur dünn sein. Man sah mir all dies nicht an. Ich wirkte schlank, sportlich, war sehr intelligent und kreativ. Aber…Mein Körper signalisierte mir mit zahlreichen weiteren Süchten, Krankheiten und Schmerzen, dass ich nicht auf meinem Herzens-Weg war. Ich war süchtig nach Aufmerksamkeit vom Außen, Klamotten, Rauchen, Alkohol, Zucker, Fett. Ich erkrankte an Magengeschwüren, litt 5 Jahre lang an einer halbseitigen schmerzhaften Lähmung meiner rechten Körperhälfte, hatte Panikattacken, Burn-Out, Kauf-Sucht, Schlaflosigkeit, starke PMS, Drogen-Sucht, Leberentzündung, Atemnot, dauerhafte Krämpfe in der rechten Hüfte… Die Liste ist lang, und so lebte ich lange im Hamsterrad und unterdrückte mein wahres ICH. Daher kommt wohl auch das das Wort “de-pressiv“. Ein herunter-pressen des wahrhaftigen, lebendigen Ich‘s ?!

Warum?

Weil ich nicht mein eigenes Leben lebte, sondern eines, was die Gesellschaft als „gut und richtig“ empfand. In dieser Zeit hatte ich mich von meinen Träumen abgetrennt und mich dem sicheren „9 to 5“ Job zugewandt. Ich hatte jahrelang eine Maske auf, die wir alle zwar nun wegen COVID-19 tragen müssen, aber die „so tun, als wäre mein Leben perfekt“-Maske konnte ich endlich ablegen. Viele Menschen träumen von einem zu Hause am Meer oder anderen Dingen… warum nicht mal Träume wahr werden lassen?

Meine innere Stimme sagte: Lass mal alles los, was dir nicht mehr dienlich ist. Hör auf Dinge zu kaufen, die du nicht brauchst. Beende Beziehungen, die dich nicht nähren. Geh auf die Reise an Orte, die dich verzaubern und schlage Wurzeln. Da wo ich war, konnte ich irgendwie nicht richtig in die Blüte gelangen. Also fragte ich mich auf meinen Spaziergängen im Wald immer wieder: „Sei mal ganz, ganz, ganz ehrlich… Wie willst du leben?“ Das Lied „Follow the Sun“ hallte immer wieder in meinen Kopf wider. Ich will in der Sonne, am Meer in den Bergen leben, sagte mir meine innere Stimme. Darf ich mir das erlauben?

Leichtigkeit, Lebendigkeit, Sonnenschein, Fülle …

UND Liebe? 

Ja!

Hast du vergessene Träume?

Ich laufe barfuß über eine Eisscholle bei plus 14 Grad. Die Luftschneise hier an dieser einen Stelle in den italienischen Oliven-Hängen vor Monterosso ließ den Boden tatsächlich gefrieren. Total verrücktes Mikroklima. Ich fühle meine nackten, heißen Füße. Meine ganze Körpermuskulatur arbeitet ganz anders, wenn ich barfuß laufe. Leichtfüßig und geschwind, wie eine Katze tapse ich über die Steine und genieße jede Spitze, die sich in meine Füße drückt. Es fühlt sich an wie eine natürliche Akupunktur, nur dass ich dazu nicht mal zum Arzt gehen muss, sondern einfach nur raus in die Natur. Faszination ergreift mich bezüglich dieses Erfolgs im Leben: Ich fühle mich GLÜCKLICH und GESUND. Mein Weg: Natürlichkeit, Kreislaufdenken und Intuition mit der weiblichen Kraft der Klarheit und das Empfangen der universellen Fülle.

Ich komme aus einer Welt, in der solch eine Wanderung im italienischen Naturschutzgebiet heute am Montag-Morgen gar nicht möglich gewesen wäre. Stattdessen säße ich seit 8 Uhr am Schreibtisch und würde irgendwelche Marketinganalysen für digitale Produkte erstellen, die niemand braucht. Ich heiße übrigens Kathrin Jerjomenko. Ich wirke als Künstlerin und spirituelle Begleitung. Damit begleite als Coachin intensive Veränderungs-, Krisen- und Strategie-Prozesse mit ganzheitlichen Methoden aus dem Bereich Kreativität, Achtsamkeit und offene Innovation.

Was ist deine oberste Priorität, um eine entspannte Balance zum Leben zu erschaffen?

Für mich ist es die Freiheit, und ich hab den ersten Schritt geschafft.

Ich freue mich über deine Impulse in den Kommentaren!

Mein Traum ist wahr. Ich bin so dankbar. Und ich singe jeden Tag das Lied der Dankbarkeit, ein Mantra, das ich im April letzten Jahres geschrieben habe. Ich fühle mich so dankbar!

Lied der Dankbarkeit – Em.Ocean (Kathrin Jerjomenko)

Ich wünsche auch dir, dass dein Traum auch wahr wird! Also hier die Hausaufgabe an dich: Wenn du ganz ganz ehrlich bist, was ist dein größter Traum?

Bis zum nächsten Mal: Baci-Baci aus Ligurien!

Deine Kathrin J.